Dieser Verhaltenskodex dient als gemeinsame Grundlage für ein respektvolles, sicheres und inklusives Miteinander im club alpha 60. Alle Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen verpflichten sich, die folgenden Grundsätze zu achten und aktiv umzusetzen. Dieser Verhaltenskodex liegt allen Arbeitskreisen vor und wird allen Mitarbeitenden und Unterstützenden vorgelegt.
1. Politische Grundhaltung
Wir verstehen uns als solidarischer, emanzipatorischer und diskriminierungskritischer Ort.
Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Klassismus, Ableismus und andere Diskriminierungsformen haben bei uns keinen Platz.
Wir erkennen Mehrfachdiskriminierungen an und bemühen uns um eine intersektionale Perspektive.
Wir setzen uns aktiv gegen nationalistische, militaristische und autoritäre Ideologien ein.
2. Nähe und Distanz
Wir sind uns der bestehenden Machtverhältnisse bewusst und nutzen sie nicht aus.
Wir handeln reflektiert, transparent und unserer Vorbildfunktion entsprechend.
Konfliktgespräche werden nicht allein geführt – es werden weitere, unbeteiligte Personen (z. B. Abendverantwortliche oder andere Ehrenamtliche) hinzugezogen.
Wir nutzen die Angebote nicht dazu, Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen aufzubauen mit dem Ziel, diesen im Privaten zu intensivieren.
Wir treten unseren politischen Grundsätzen entsprechend auf.
3. Sprache
Wir bemühen uns um eine geschlechtergerechte und respektvolle Sprache und achten auf die gewählten Pronomen aller Beteiligten.
Unsere Ausdrucksweise ist kontext- und altersgerecht.
Wir verzichten auf sexualisierte Sprache, Bloßstellungen, Diskriminierungen und abwertende Bemerkungen.
Wir beziehen aktiv Stellung gegen diskriminierende oder menschenverachtende Haltungen.
Persönliche Kommentare zu Körpermerkmalen sind zu vermeiden.
4. Körperkontakt
Körperliche Nähe erfolgt nur mit ausdrücklichem Einverständnis aller Beteiligten.
Wir gehen achtsam mit persönlichen Grenzen um und übernehmen Verantwortung bei Grenzüberschreitungen.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden ermutigt, „Nein“ zu sagen und ihre Bedürfnisse klar zu äußern.
5. Selbstreflexion und Feedback
Aussagen und Erfahrungen von Betroffenen werden immer ernst genommen. Wir gehen rücksichtsvoll und wertschätzend miteinander um.
Rückmeldungen zu unserer Arbeit werden ernsthaft aufgegriffen und reflektiert. Wir bieten Gelegenheiten für Feedback und fördern Veränderungen sowie Mitbestimmung in unserer Arbeit.
Wir schaffen Räume für Feedback, Mitbestimmung und kontinuierliche Verbesserung.
6. Genussmittel
Der Konsum von Genussmitteln erfolgt verantwortungsbewusst.
Wir achten auf unser Umfeld und übernehmen Verantwortung für unser Verhalten.
7. Inklusion und Vielfalt
Wir bemühen uns um ein barrierearmes, offenes und tolerantes Angebot und darum, räumliche, sprachliche, soziale und psychologische Barrieren abzubauen.
Vielfalt wird bei uns als Bereicherung verstanden und aktiv gefördert.
8. Bild- und Tonmaterial
Es wird kein Bild- oder Tonmaterial von Kindern und Jugendlichen ohne ausdrückliche Einwilligung erstellt oder veröffentlicht.
9. Nachhaltigkeit und Verantwortung
Wir handeln ökologisch verantwortungsvoll – Ressourcenverbrauch, Müllvermeidung, vegane/vegetarische Angebote, und nachhaltige Materialien behalten wir im Blick.
Wir achten auf fairen Konsum und solidarische Wirtschaftsweisen.
10. Awareness
Das Awareness-Team wird bei Bedarf von den Abendverantwortlichen angefragt. Das Awareness-Team arbeitet betroffenenzentriert und unterstützt Menschen, die sich unwohl, überfordert oder diskriminiert fühlen.
Alle Gespräche und Anliegen werden vertraulich behandelt.
Erläuterungen:
Antiziganismus – spezielle Form des Rassismus, der sich gegen Sinti und Roma und andere reisende Völker richtet und diese stigmatisiert
Klassismus – Diskriminierung und Abwertung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft, ihres sozialen Status, ihrer Bildung oder ihrer ökonomischen Situation
Ableismus – Diskriminierung und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen
Intersektional – Wechselwirkungen zwischen sozialen Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Sexualität
Awareness – bedeutet „Bewusstsein“, bezieht sich auf Achtsamkeit und Sensibilität im Umgang miteinander. Awareness-Teams fördern respektvollen und konsensbasierten Umgang miteinander.
